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Während dieser Zeit fanden acht Konzerte an unterschiedlichen Orten
Namibias statt. Unsere Reise führte uns 2600 km von Windhoek aus
nördlich zu verschiedenen Orten und Städten des Landes. Fast täglich
wechselten wir die Unterkünfte.
Am ersten Tag fuhren wir nach Ombili in der Nähe der Stadt Tsumeb.
Ombili, eine Stiftung, heißt Frieden und wurde 1990 im Jahre der
Unabhängigkeit Namibias gegründet. Hier wird einem kleinen Teil
(ca. 300) von Buschleuten, den San, den Ureinwohnern Namibias, ein
geschütztes Territorium zur Verfügung gestellt, um Hilfe zur Selbsthilfe
zu geben. Es gibt ein Gemeinschaftszentrum mit Kindergarten und
Schule, um den Buschmannkindern eine schulische und später praktische
oder weiterführende Ausbildung anzubieten. Hier nun fand unser 1.
Konzert statt. Teilweise hatten diese Menschen zuvor noch nie ein
Instrument wie Geige, Cello, Flöte usw. gesehen, geschweige denn
ein Orchester, welches klassische, aber auch moderne Musik spielte.
Die Begeisterung und Faszination waren groß. Auch wir waren fasziniert
von dem Chorgesang der Buschmannkinder und Schüler. Nach dem Konzert
wurden die Instrumente angefasst und versuchsweise angespielt. Es
fiel uns schwer diesen Ort wieder verlassen zu müssen. Diese Begegnung
wird wohl keiner von den Teilnehmern so schnell vergessen.
Weiter ging unsere Reise nun nach Grootfontein, zu einer Privatschule
und einem abendlichen Konzert, zu dem sich die umliegenden deutschsprachigen
Farmer einfanden. Wir wurden gastfreundlich aufgenommen und mit
begeistertem Beifall bedacht. Das Interesse an der musikalischen
Ausbildung an unserer Schule war groß und wurde immer wieder hinterfragt,
zumal alle Instrumente einzeln vorgestellt wurden.
Nun ging unsere Reise weiter nach Otjiwarongo. Hier spielten wir
in einem Altersheim, wiederum mit einem Chor der dortigen Schule.
Auch hier kam es wieder zu Begegnungen mit den Schülern, die sich
für die Instrumente und die Musik begeisterten. Die Weiterfahrt
führte uns über Omaruru, unser Orchester spielte für die deutschsprachigen
Farmer. Viel Lob und Anerkennung konnten wir mitnehmen.
Dann erreichten wir über eine mehrstündige Busfahrt Richtung Westen
durch die Namibwüste, Swakopmund, am Atlantik gelegen. Hier stellte
sich dann, nach einer Woche endlich mal so etwas wie "zur Ruhe kommen"
ein. 4 Tage hintereinander in wunderschönen Unterkünften. Ein Konzert
wurde absolviert.
Schließlich ging es wieder nach Windhoek zurück. Wir sind in der
Deltaschule, im Schülerheim unter sehr einfachen Bedingungen untergekommen.
Abends fand ein Konzert in der Stephanuskirche statt. Das Publikum
bestand ausschließlich aus weißen, deutschsprachigen, gut situierten
Menschen. Der Beifall, lang andauernd, Zugaben mussten gespielt
werden.
Am nächsten Tag fuhren wir nach Katutura, wo in der Paulus/Gowaseb-Church
ein Konzert stattfinden sollte. Katutura ist ein Stadtteil Windhoeks,
in dem die Ärmsten der Armen und ausschließlich Schwarze in Wellblechhütten
unter primitivsten Umständen leben. Herzlich hieß uns der deutsche
Pfarrer aus Bielefeld, der für 6 Jahre dort seinen Dienst tut, willkommen.
Wir sahen uns mit einigen jungen schwarzen Gemeindemitgliedern die
Wellblechhütten an und sprachen mit den Bewohnern. Unter diesem
Eindruck fand dann das abendliche Konzert draußen statt bei wolkenbruchartigem
Regen. Der Pfarrer sagte uns: "Hier kommt sonst nie jemand her und
spielt vor diesen Menschen". Unser Orchester war also eine Art Sensation.
Es lässt sich auch diese eindrucksvolle Begegnung schlecht in Worte
kleiden, nur wird auch jedem unserer Teilnehmer dieses Konzert als
Abschluss unserer Reise in tiefster Erinnerung bleiben.
Dr. Alfrun Rosentraeger-Subklew
Dr. Carola Drechsler
Berlin, im April 2008
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