Förderverein Georg-Friedrich-Händel Gymnasium
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Jugend-Sinfonie-Orchester (JSO)
KONZERT- UND BEGEGNUNGSREISE VOM 09.03.-23.03.2008 NACH NAMIBIA
12. und 13. Jahrgang


Während dieser Zeit fanden acht Konzerte an unterschiedlichen Orten Namibias statt. Unsere Reise führte uns 2600 km von Windhoek aus nördlich zu verschiedenen Orten und Städten des Landes. Fast täglich wechselten wir die Unterkünfte.

Am ersten Tag fuhren wir nach Ombili in der Nähe der Stadt Tsumeb. Ombili, eine Stiftung, heißt Frieden und wurde 1990 im Jahre der Unabhängigkeit Namibias gegründet. Hier wird einem kleinen Teil (ca. 300) von Buschleuten, den San, den Ureinwohnern Namibias, ein geschütztes Territorium zur Verfügung gestellt, um Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Es gibt ein Gemeinschaftszentrum mit Kindergarten und Schule, um den Buschmannkindern eine schulische und später praktische oder weiterführende Ausbildung anzubieten. Hier nun fand unser 1. Konzert statt. Teilweise hatten diese Menschen zuvor noch nie ein Instrument wie Geige, Cello, Flöte usw. gesehen, geschweige denn ein Orchester, welches klassische, aber auch moderne Musik spielte. Die Begeisterung und Faszination waren groß. Auch wir waren fasziniert von dem Chorgesang der Buschmannkinder und Schüler. Nach dem Konzert wurden die Instrumente angefasst und versuchsweise angespielt. Es fiel uns schwer diesen Ort wieder verlassen zu müssen. Diese Begegnung wird wohl keiner von den Teilnehmern so schnell vergessen.

Weiter ging unsere Reise nun nach Grootfontein, zu einer Privatschule und einem abendlichen Konzert, zu dem sich die umliegenden deutschsprachigen Farmer einfanden. Wir wurden gastfreundlich aufgenommen und mit begeistertem Beifall bedacht. Das Interesse an der musikalischen Ausbildung an unserer Schule war groß und wurde immer wieder hinterfragt, zumal alle Instrumente einzeln vorgestellt wurden.

Nun ging unsere Reise weiter nach Otjiwarongo. Hier spielten wir in einem Altersheim, wiederum mit einem Chor der dortigen Schule. Auch hier kam es wieder zu Begegnungen mit den Schülern, die sich für die Instrumente und die Musik begeisterten. Die Weiterfahrt führte uns über Omaruru, unser Orchester spielte für die deutschsprachigen Farmer. Viel Lob und Anerkennung konnten wir mitnehmen.

Dann erreichten wir über eine mehrstündige Busfahrt Richtung Westen durch die Namibwüste, Swakopmund, am Atlantik gelegen. Hier stellte sich dann, nach einer Woche endlich mal so etwas wie "zur Ruhe kommen" ein. 4 Tage hintereinander in wunderschönen Unterkünften. Ein Konzert wurde absolviert.

Schließlich ging es wieder nach Windhoek zurück. Wir sind in der Deltaschule, im Schülerheim unter sehr einfachen Bedingungen untergekommen. Abends fand ein Konzert in der Stephanuskirche statt. Das Publikum bestand ausschließlich aus weißen, deutschsprachigen, gut situierten Menschen. Der Beifall, lang andauernd, Zugaben mussten gespielt werden.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Katutura, wo in der Paulus/Gowaseb-Church ein Konzert stattfinden sollte. Katutura ist ein Stadtteil Windhoeks, in dem die Ärmsten der Armen und ausschließlich Schwarze in Wellblechhütten unter primitivsten Umständen leben. Herzlich hieß uns der deutsche Pfarrer aus Bielefeld, der für 6 Jahre dort seinen Dienst tut, willkommen. Wir sahen uns mit einigen jungen schwarzen Gemeindemitgliedern die Wellblechhütten an und sprachen mit den Bewohnern. Unter diesem Eindruck fand dann das abendliche Konzert draußen statt bei wolkenbruchartigem Regen. Der Pfarrer sagte uns: "Hier kommt sonst nie jemand her und spielt vor diesen Menschen". Unser Orchester war also eine Art Sensation. Es lässt sich auch diese eindrucksvolle Begegnung schlecht in Worte kleiden, nur wird auch jedem unserer Teilnehmer dieses Konzert als Abschluss unserer Reise in tiefster Erinnerung bleiben.

Dr. Alfrun Rosentraeger-Subklew
Dr. Carola Drechsler
Berlin, im April 2008

 

 

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